Montag, 6. Juli 2009

Rocky Mountain Days 2009

Zum zweiten mal fanden dieses Jahr am 3. Juli die Rocky Mountain Days im Kleinwalsertal statt. Da unter den Schammelsreitern ein nicht unerheblicher Teil ein Geländerad von Rocky Mountain besitzt, lag es nahe sich das mal genauer anzuschauen. Mit 137 Euro ein günstiges Event, gerade wenn man die Leistungen betrachtet. Mit dabei waren Unterkunft, geführte Touren, zweimal "All you can Eat", diverse Werbegeschenke, Leihbikes u. v. m.. Da auch ich als Discountbiker mit durfte war das Event schnell gebucht.

Nach etwas hektischer Anfahrt sind wir gegen 17.00 Uhr im Alten Doktorhaus in Riezlern angekommen. Eigentlich sollten wir derzeit schon an der Gondel der Walmendingerhornbahn sein. Kein Problem, kurz den Ulle (Organisator der Veranstaltung) angerufen, der die Sache dann ganz entspannt geregelt hat. Auf dem Walmendingerhorn gab es dann auch ein erstes Gipfelfeeling, bei leider nicht ganz so günstigem Wetter, und das erste "All you can eat". Feine Sache.


Nach dem Essen und der Vorstellung des Rocky Teams gings dann los, biken war angesagt. In Anbetracht des harten Geräts, das die meisten dabei hatten wurde so manchem schon mulmig. Trotzdem entschieden wir uns für die schwere Abfahrt.


Leider war der Trail naß und damit noch härter als er trocken gewesen wäre, aber ein Fehler war es auf keinen Fall. Uns erwartete eine 800 hm Abfahrt vom feinsten, gespickt mit Wurzeln, Stufen und Felsen. Für unsereins war das meiste fahrbar, wenn auch unter den ungläubigen Blicken der Vollgerüsteten. Klar mussten wir an einigen Stellen schieben, ein Hardtail hat nunmal seine Grenzen, aber dem Genuß hat das keinen Abruch getan.

Am zweiten Tag haben wir uns für die lange Tour entschieden, die neben diversen anderen Downhilltouren, Ladytouren u.s.w. angeboten wurden. Letztlich sind wir auf etwa 1900 hm und 65 km gekommen. Unser Bikeguide Andi hat wirklich tolle Arbeit geleistet und uns eine super schöne und abwechslungsreiche Tour bescherrt.

Die Ruhe vor dem Sturm: Asphalt-Abfahrt am Touranfang.


Prächtige Stimmung nach den ersten Höhenmetern.


Nach 700 hm wurde der Uphill hart. Verblockter Singletrail bis zum Gipfel, teilweise unfahrbar.


Es waren auch immer einige Profifahrer des Rocky Teams dabei, wie hier ganz links Volker Ordowski.

Gipfelimpressionen:






Gipfel TV:





Downhillimpressionen:
So locker flowig wie die Fotos es zeigen gings nicht immer zur Sache. Der größte Teil war ein verwurzelter, ausgewaschener S2 Trail mit einigen Schlüsselstellen auf S3 Niveau. Da hat doch niemand Bock das Dauergrinsen durch Fotografieren zu unterbrechen!


Wer sein Slayer tapfer bis zum Gipfel schleppt, der hat doppelt Spaß bergab.






Abschluß der Tour war die Einkehr auf der Widdersteinalpe mit Tombola und Geschenk. Nicht schlecht. Am Abend gab es dann noch ein geselliges Beisamensein im Walserhaus mit "Fressen bis der Arzt kommt". Nach etlichen Bierchen gings dann zur Nachtruhe.

Nur die harten kommen in den Garten! Deshalb war klar, dass wir am Sonntag auch die harte Tour nehmen. Zur Auswahl standen wieder mehrere Touren von Freeride bis Ralax und eben besagte "anspruchsvolle" Tour. Wieder war es Bikeguide Andi, der uns lehrte, dass auch 1300 hm hart sein können.

Entspannter Einstieg in die Hölle.


Das Hinterrad von Profi Volker immer in Sichtweite: unser Frankenbiker.

Nach gemütlich-schnellem Uphill zur Stutzalpe gings wieder härter zur Sache. Der Trail von der Stutzalpe ist von einem Profi gebaut worden, dass erkennt man nach 2 Metern! S2 Niveau bringt so manchen an seine Grenzen, gerade wenn der Trail pitschnass und matschig ist. Hier konnte ich mit meinem Leihrad, ein Rocky Mountain Altitude, punkten. Der Unterschied zu meinem Hardtail war gravierend! Nur fliegen ist schöner... und selbst das bezweifle ich inzwischen!

Wer nun gedacht hat, dass war es, den hat Andi wieder mal hinters Licht geführt. Bedenklich war, das Profifahrer Volker, wohl besseren Wissens, an der Stutzalpe geblieben ist. Kein Wunder, denn es folgte eine mörderischen Tragepassage. Wen die nicht an seine Grenze gebracht hat, der hat im Amateurbereich nichts mehr zu suchen! Gelohnt hat es sich auf alle Fälle, denn danach gings den brandneuen, gerade von Ulle von der Stutzalpe in den Wald geschlagenen Trail mit S2/S3 Niveau hinunter. Mit Grinsem im Gesicht und mit Puls 160 sind wir wieder an der Stutzalpe angekommen. Dort erfolgte die Vorstellung des bisher unveröffentlichten Flatline und Element.

Bald geschafft?! Von wegen, ab jetzt ist Tragen angesagt.


Grenzwertig, aber die Schinderei lohnte sich. Der folgende Trail ging ab!


So viel Flow war eher die Ausnahme. Meist ging es Bedeutend härter zur Sache!

Trail TV:




Bikerfreundliches Kuhgatter. Aber auch nur zum Aufwärmen, der richtige Trail biegt hier scharf links ab.


Puh, geschafft! Jetzt noch die neuen Modelle von Rocky begutachten und gut ist's.


Rocky Mountain Altitude


Rocky Mountain Element

Nach kurzer Verschnaufpause, einem Alkoholfreien und einem Schnaps ging dann wieder zurück zur Unterkunft. Tja, das war es schon wieder. Leider muss man sagen, ganz klar. Auf ein Wiedersehen nächstes Jahr!

Dienstag, 19. Mai 2009

FSMM 2009


Am Sonntag, den 17.05.09 gab es für mich das erste Rennen in diesem Jahr. Nach dem letztes Jahr der Hassbergeritt den Startschuß in die Saison setzten durfte, lies ich diesen nun aus und wendete mich gleich einem echten Marathon zu, dem Fränkische Schweiz Mountainbike Marathon (FSMM). Nachdem der Winterpokal auf MTB-News.de in diesem Jahr von mir mit weit über doppelt soviel Punkten wie im Jahr zuvor beendet wurde fühlte ich micht stark genug für die Langdistanz. Diese war auch gerade beschauliche 80 km lang, mit beschaulichen 1600 hm und startete vor den Toren Bambergs, in Litzendorf.



Im Vorfeld fühlte ich mich dieses Jahr stark wie nie. Im Winter konnte ich mich trotz universitärem Stress weitgehendst an meinen Trainingsplan halten und im Frühjahr lies ich keine freie Minute ungenutzt. Leider schläft die Konkurenz nicht! Bei den wöchentlichen Trainingsfahrten mit den direkten Mitstreitern wurde mir als bald klar, dass ich in einem starken Umfeld starte. Es versprach ein spannender Wettkampf zu werden, dieser erste Schlagabtausch im Jahr. Leider wurde die Strecke seit dem letzten Jahr vom Veranstalter komplett verändert. Man(n) könnte auch sagen man hat ihr die Männlichkeit geraubt. Lächerliche 1600 hm, die sich als noch lächerliche 1400 hm entpuppten und einen Waldautobahnenanteil von 90 Prozent. Der einzige längere, schwierigere Anstieg wurde in der ersten Runde komplett geschoben! Keine technischen Stellen, an dem sich mein Mountainbiker-Herz einen Vorteil verschaffen konnte. Die Vorzeichen für einen Bergfloh wie mich standen wahrlich schlecht. Dies war ein Rennen für die Rennradfahrer unter den Mountenbikern.



Ich habe natürlich trotzdem alles gegeben. Vor allem kann ich mir nicht Vorwerfen irgendwelche Fehler gemacht zu haben. Einzig beim Start war ich 5 Minuten zu spät dran, so dass ich mich erst von den hinteren Rängen nach Vorne kämpfen musste. Blöder Anfängerfehler! Das nächste mal verzichte ich wieder aufs Warmfahren. Das Rennen lief super. Ich war fit und habe keine taktischen Fehler gemacht. Trotzdem war das Ergebnis etwas ernüchternd. Auch mit einer guten Zeit von 3:35 Std. schlug mich mein direkter Konkurent aus dem Rennstall der Schammelsreiter um knapp eine viertelstunde.



Aber kein Wunder, während des Rennens bin ich mir auch ein wenig wie Tolkiens Elf unter den Trollen vorgekommen. Auf den langen, steigungslosen Passagen sind des öfteren Reiter an mir vorbeigeschoßen, die ich bei den MTB Rennen doch eher selten von hinten sehe. Mit mannsdicken Beinen und mächtigen Waden stampften sie tritt um tritt, bis sich die Kurbeln bogen. Respekteinflössend! Diese Spezies der Radler hat sich bei diesem Rennen meine Achtung verdient.

Zu guter letzt hier noch einmal meine Glückwünsche an meine Schammelsreiter, die wahrlich ein tolles Rennen geliefert haben. Das muß ich hier neidvoll Anerkennen.



FSMM
80km
3:35 h

Sonntag, 12. April 2009

On the Road (Bamberg - Regensburg)

Sport ist bei ambitionierter Ausübung ein zeitintensives Geschäft. Diese Tatsache verlangt nach kreativer Verbindung von Arbeits- und Privatalltag mit dem sportlichen Training. Da wir Ostern dieses Jahr im Familienkreise bei meiner Schwester in Regensburg (Viehhausen) feiern lag klar auf der Hand: Das lässt sich hervoragend mit einer Ausfahrt mit dem Rennrad verbinden.

Also bin ich am Samstag bei Zeiten aufgestanden, hab mich auf meinen Bock geschwungen und bin losgeradelt. Die Tourenplanung hat dieses mal radweit.de für mich übernommen. Der Weg ging also von Bamberg über Erlangen, Fürth, Nürnberg, die Ausläufer der Hersbrucker Schweiz, das Lauterach Tal und das Vils- und Naabtal.

Der Weg bis Forchheim am Main-Donau-Kanal ist ja bekannt, darum gab es da keine Überraschungen. Nach Forchheim entpuppte sich der Kanalradweg blöderweise aber als eine Schotterautobahn, die noch dazu von aus Erlangen kommenden Freizeit-Radlern regelrecht belagert wurde. Kurzerhand beschloß ich von der Route abzuweichen und mir meinen Weg durch den Erlangener Großstadtdschungel zu bahnen. So oder so, der Flow war weg! Hinter Erlangen war ich total entnervt und meinen angepeilten Schnitt von mindestens 25 km/h hatte ich zwegs des Stadtverkehrs und des Gegenwindes unterschritten. Ärgerlich, sehr ärgerlich. Der Gedanke an Fürth und Nürnberg gaben mir den Rest! (Anmerkung fürs nächste mal: Erlangen großräumig umfahren.)

Dann gab es allerdings eine Überrschung. Der befürchtete Kampf durch die Städte blieb nämlich aus. Ab Fürth führt der Radweg nämlich wunderschön an der Regnitz und Pegnitz entlang bis mitten in den Stadtkern von Nürnberg. Eine wahrlich schöne Strecke, zumindest für eine Stadtdurchfahrt.

Regnitz/Pegnitz Radweg Nürnberg/Fürth
(geliehen aus dem Internet: Quelle)

Leider hab ich nach dem Altstadtkern kurz nicht aufgepasst und die falsche Abbiegung genommen. So hab ich einen kleinen Umweg in Kauf nehmen müssen und bin schließlich bei Fischbach aus Nürnbergs Fängen gekommen. Nach nun vier Stunden im Sattel rebelierte mein Körper nun mit einem ordentlichen Hungergefühl. Durch das Stadtgegurke hatte ich aber meine Sollstrecke noch nicht absolviert und so quälte ich mich noch 10 oder 20 km bis nach Altdorf. Dort habe ich mitten im Stadtkern eine super Pizzaria gefunden. Zeit für Spaghetti Napoli und ein Weizen (Alkfrei).

Nach Altdorf gab es auch die erste Nennenswerte Steigung des Tages. Also für ca. 120 hm raus aus dem Sattel und hinauf auf den Truttenberg und weiter bis nach Lauterhofen. Das Stück war doch etwas zäh. Eine breite, langgezogene Strasse und Landschaftlich nicht allzu besonders, da denkt man doch schon öfter an seinen Arsch, der nun langsam aber sicher keinen Bock mehr hat noch länger den Sattel zu liebkosen. Ca. 130 km hatte ich nun hinter mir.

Hinter Lauterbach kam die Motivation schlagartig wieder zurück. Das mit Abstand schönste Stück der Tour folgte durch das Lauterach Tal. Wunderschöne Felsformationen in einem Tal, dass gerade so breit ist, das neben dem Flüsschen noch ein, zwei Häuserreihen platz haben.

Lauterachtal
(geliehen aus dem Internet: Quelle)


Trotz des wiederlichen Gegenwindes konnte ich ordentlich Tempo machen, der Flow war wieder da. Bald kletterte auch der Schnitt wieder nach oben, so das die Angepeilte Fahrzeit doch noch zu retten war. So ging es dahin, bis Schmidtmühlen. Ich hatte keine Ahnung wie weit es noch war, hoffte aber das ich bald aus dem Sattel konnte. In Schmidtmühlen kehrte ich im "Bräustüberl" ein um ein wenig Kontakt zu Einheimischen zu bekommen. Eine andere Welt sag ich euch! Der Blick auf die Karte verriet mir, dass es nur noch etwa 40 km waren, d.h. gerade noch 1,5 Stunden und ich sitze bei meiner Schwester auf der Terrasse mit einem kühlen Bier und gegrillten Steaks auf dem Teller. Eine Apfelschorle und einen Kuchen später gings dann zum Endspurt durch das Vils- und nach Kallmünz durch das Naabtal bis nach Etterzhausen.

Naabtal bei Kallmünz
(geliehen aus dem Internet: Quelle)


Auf dieser Strecke begegneten mir dann auch die einzigen Rennradler in Fahrtrichtung. Leider war das ein Hobbysportler, der seine Frau nach Hause zog. Da mir das selbst nach 170 km ein wenig zu langsam ging half mir das leider wenig. Komisch ist schon, dass ich auf dem Weg wirklich tausende von Rennradlern getroffen habe, aber aller in die Gegenrichtung, also mit dem Wind, fahrend. Irgendwann müssten die doch eigentlich auch wieder Heim fahren, oder?

Der Endspurt ist nocheimal gespickt mit zwei ordentlichen Steigungen, einer nach Nittendorf und einer nach Viehausen hoch. Dazwischen befindet sich noch ein Schmankerl zum Schluss, die Labertalstrasse zwischen Schönhofen und Alling.

Laabertalstrasse nach Alling
(geliehen aus dem Internet: Quelle)

Tja, und dann ist es mal wieder geschafft. Freudig werde ich von meiner Tochter empfangen. Das Steak bruzzelt schon für mich auf dem Grill und ein kühles Eichenhofener Hefeweizen ist eingeschenkt. Prost!

Strecke: 209 km
Fahrzeit: 8:22 Std.

Montag, 30. März 2009

Frühjahrstrainingslager Oberailsfeld

Es hat sich zu einer festen Institution entwickelt, im Frühjahr ein Trainingslager in der Fränkischen Schweiz zu errichten. Traditionell sind wir im Brauereigasthof Held untergebracht:

Aus dem Archiv:


Nachdem in diesem Winter nichts vom allseits umredeten Klimawandel zu spüren war und wir dementsprechend oft mit dem Rennrad auf den doch schneller trockenen Straßen unterwegs waren, hat es uns dieses Wochenende gerissen: Wir sind MTB gefahren. Leider ließ uns das Wetter am Samstag noch nichts vom Frühling spüren. Nach einigen anfänglichen Schauern war es dann aber doch weitgehenst trocken. Nach gut dreienhalb Stunden waren wir dann auch schon in Oberailsfeld, wo uns ein feuchtfröhlicher Abend erwartete. Erstaunlich wie oft man den gleichen Fehler immer wieder machen kann!

Der Sonntag lief demnach etwas gemächlicher an. Eine seltsame Stimmung lag in der Luft. Die sonst so mit Wanderern und Spaziergängern überfüllte Landschaft war leer und somit totenstill. So ging jeder seinen seditiv-melancholischen Gedanken nach und kämpfte für sich mit den langsam aber sicher aufkommenden Nachwirkungen des letzten Abends. Nach etwas mehr als vier Stunden erreichten wir wieder das traute Heim.

Pünktlich, nämlich genau am Tag nach unserem Trainingslager, ist dann auch der Frühling im Frankenlande eingetroffen.

Montag, 12. Januar 2009

Kalt,kälter, Eisbärride!

Auch dieses Jahr war unsere Dreiergemeinschaft wieder auf dem Ride - der Eisbär. Es handelt sich dabei um ein Mountainbike Marathon, der aber ausdrücklich auch mit Crossbikes gefahren werden kann. Der Termin ist immer kurz nach Neujahr.

Nach langem hin und her überlegen haben wir uns für die 75 km "Profi"- Strecke entschieden. Angesichts der Temperaturen um -18 C konnten wir uns im Vorfeld nicht mit der Königsklasse anfreunden. Aber, und das will ich hiermit schriftlich festhalten, nächstes Jahr sind die 100 km fällig. Um uns die frühe Anreise zu ersparen haben wir uns in Segnitz eine nette Unterkunft, nur einen Katzensprung vom Start entfernt, besorgt. Mit Wein aus eigener Winzerei und schlachtfrischer Wurscht haben wir Kraft für den nächsten Tag getankt.

Am nächsten Morgen dann das böse Erwachen. -18 C zeigte das Termometer. Keiner von uns wußte so recht was uns da erwartet. Haben wir überhaupt Kleidung für solch arktische Temperaturen? Funktionieren die Räder da überhaupt noch? Kann man überhaupt noch atmen, oder frieren augenblicklich die Lungenbläschen ein und man stirbt? Wir waren kurz davor es herauszufinden. Die ersten Kontakte mit der Frischluft brachten dann die Erkenntnis, dass es verdammt kalt war.

Durch unsere perfekte Zeitplanung kamen wir gerade richtig um unsere Startnummern zu holen und das Startgeschenk in Empfang zu nehmen. Das sei an dieser Stelle gesagt, diese Veranstaltung hat es sich auf die Banner geschrieben die beschissensten Startgeschenke mit dem bescheuertsten Logo zu vergeben! Und schon gings los. Mit geschätzten 70 oder 80 weiteren Verückten standen wir vor der Startlinie. Bis endlich alle VIPs ihren Senf abgegeben hatten wäre mir schon fast meine Männlichkeit abgfroren. Dann endlich der Startschuß. Schnell sind wir in die Spitzengruppe vorgedrungen. Das Tempo war recht verhalten, so konnten wir uns dort auch bis zur ersten Verpflegung halten. In den ersten 20 Minuten fragte sich wohl jeder in unserem Trio, ob all unsere Finger diesen Wahnsinn überleben würden. Meine Finger waren so kalt, dass es geschmerzt hat! Erstaunlicherweise wurden diese dann aber mit Erreichen der Betriebstemperatur ebenfalls warm.

An der Ersten Verpflegungsstelle waren wir dann immer noch unter den Ersten. Ein paar "Viecher" mussten wir allerdings schon im ersten Anstieg ziehen lassen. Nach dem warmen Teechen gings dann weiter über die komplett zugeschneite Landschaft. Trotz der einfachen Wege über Straßen und Forstpisten war ein gewisser technischer Anspruch durchaus durch den Schnee gegeben, da man ständig wie ein Fuchs aufpassen musste in der Spur zu bleiben. Jeglicher Fahrfehler wurden sofort mit einem Ausritt in die Wildnis bestraft. Leider haben wir denn Überblick über unsere Platzierung nach der Verpflegung etwas verloren. Da es ja keine Zeitnahme gab bleibt nur die Spekulation und die, wie könnte es anders sein, ist natürlich positiv geprägt. An der zweiten Verpflegung haben wir uns ein Gulaschsüppchen gegönnt und sind ohne größeren Verzug weiter gefahren. Die Pause hat der Betriebstemperatur nicht gut getan und ich musste erleben, wie Finger so kalt werden, dass sie steif werden. Bald hatte auch jeder von uns dreien Bodenkontakt - wiedererwartend bietet Eis wohl keinen guten Halt. Alle Stürze sind aber gut ausgegangen.

Nach einer kleinen Irrfahrt, verursacht durch fehlende Wegweiser, sind wir dann doch noch ins Ziel gekommen. Recht viele Bikes mit den 75 km auf dem Startnummernschild standen jedenfalls nicht im Ziel, was uns zumindest vermuten lässt, dass wir unter den Schnelleren waren. Nach einer kurzen Dusche gings dann noch auf die apres Bike Party, die allerdings ein Reinfall war. Wer also auf Startgeschenke und Partyperipherie wert legt, der ist beim Ride - der Eisbär nicht gut aufgehoben. Für jeden, der seine Fitness in den Wintermonaten mal ganz locker und ohne Zeitstress mit anderen MTBlern vergleichen will, der sollte sich das mal antun.

reine Fahrzeit: 3:53 Std.
absolute Fahrzeit: 4:10 Std.
Strecke: 77 km, 922 hm

Bilder folgen hoffentlich bald...

Sonntag, 21. Dezember 2008

Warum nur?!

Bei jedem Pedalschlag schwappt das Wasser vom Fersenbereich meines Sidi Fahradschuhs zu meinen Zehen. Es hat sich wohl bereits so viel Wasser angesammelt, dass sich kleine Wellen bilden. Leise verfluche ich die Neoprenüberschuhe und den Händler, der sie mir angedreht hat. "Die sind absolut dicht! Die fahre ich selber schon seit Jahren", hat er mir versichert. Wahrscheinlich hat er sogar recht, denn wenn es nicht Regnet, dann sind die tatsächlich dicht.

Etwas über den zwei Badewannen an meinen Füßen melden sich meine Oberschenkel. Ein schmerzhaftes Stechen, dass sich vom Inneren der Muskeln über den gesamten Schenkel ausbreitet sagt mir, dass wir eine der zahlreichen, kleinen Steigungen befahren. Sehen kann ich das ohnehin nicht mehr, da meine Brille seit geraumer Zeit einem Unterwasserkino gleicht. Es fehlen bloß noch die Fische. Laktat, der Stoff der den gemeinen Freizeitsportler rechtzeitig wieder nach Hause treibt, verursacht diese Schmerzen. Leider bin ich mal wieder zu schnell angegangen, hab mich herausfordern lassen. Wie immer rächt sich der Ergeiz, denn vor mir macht einer meiner Kumpanen und Leidensgenossen unerbittlich Tempo. Rasten wäre jetzt aber auch unangebracht. Es Regnet. Oder ist das Schnee? Verdammt, wohl irgendetwas dazwischen. Jedenfalls kommt das Zeug in einer Fülle vom Himmel herunter, dass ich kaum was sehen kann. Angenehme 2 Grad meldet der Boardcomputer. Neben mir höre ich ein lautes, grölendes "Geil!!! Das ist subber.". Ich fasse mir gedanklich an den Kopf, lächle aber zu meinem unerbittlichen Tempomacher hinüber und sage ebenfalls sowas wie "Ja, subber Tour".

Noch sind es etwa 20 km in diesem unwirklichen Wetter bis ins traute Heim, aber irgendwie, und das finde ich sehr seltsam, kann ich die Euphorie meines Kombattanten teilen. Was zum Teufen ist da in mir, dass es mir trotz der nassen Kälte da drausen warm ums Herz, ja sogar heiß wird?! Diese Frage habe ich mir schon des öfteren in meiner sportlichen Laufbahn gestellt, die Frage nach dem Warum. Warum tue ich mir diese Scheiße an? Zwecks der anständigen Einkehr beim Held Bräu mit dem grandiosen Weizenböckla? Um die Zugmaschiene vor mir endlich mal versägen zu können? Um Auszeit von daheim zu nehmen?

Nein. Die Frage beantwortet sich, als ich die letzte Steigung des Tages, den Pfisterberg zu Bamberg, in Angriff nehme. Kurz raus aus dem Sattel, zwei- dreimal kräftig Angetreten und schon rolle ich bis vor die Haustür. Zufrieden und stolz auf mich steige ich ab. Ich habs mal wieder geschafft. Das Laktat in meinen Beinen scheint sich augenblicklich in reines Endorphin umzuwandeln. In der Wohnung angekommen streichelt meine Frau mit einem "Was, so lange seid ihr gefahren! Bei dem Wetter!" zusätzlich meine Seele. Ich fühle mich sauwohl! Schon bald werde ich wieder auf dem Bike sitzen, schon bald...

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Schaffe, schaffe, Häusle baue...

Ja, das ist doch ein Trieb in uns allen. Vor allem der Mann möchte seiner Familie eine gemütliche Höhle bieten können. Man möchte dem alten Klassenkamaraden beim nächsten Wiedersehen doch "mein Haus" an erster Stelle präsentieren können, ja sogar noch vor dem Auto und dem Pferd (Bike?). Der Mann scheint in Sachen Haus bauen einen ganz ähnlichen Mechanismus zu besitzen, wie die Frau in Sachen Kinder bekommen. Ab einem gewissen Alter stellt sich der unerbittliche Wunsch ein sich ein Eigenheim zu bauen. Anfangs noch verdrängbar, wird dieser immer stärker, bis es kein Weg mehr drum herum gibt.

Nun musste ich doch feststellen, dass ich mich doch das ein oder andere Mal dabei ertappe, über ein schönes Haus am See (in den Bergen ;) ) nachzudenken - und das in meinem zarten Alter! Ganz heimlich und leise, aber unübersehbar steigt der Nestbautrieb in mir empor:



Allerdings benötige ich wohl eindeutig noch einige Jahre, um das Problem mit der Statik in den Griff zu bekommen...